Rabatte im Überfluss und wie sich der verbraucher täuschen lässt

Ich möchte mit euch einen Blick auf eine Entwicklung werfen, die in der heutigen Marketinglandschaft nicht mehr wegzudenken ist: Gutscheine und Cashback-Angebote. Diese haben sich zu einem integralen Bestandteil unseres Konsumverhaltens entwickelt und beeinflussen maßgeblich die Kaufentscheidungen verschiedener Zielgruppen. Sich dem zu verschließen bedeutet mittlerweile, sich bestimmten Zielgruppen zu verweigern.

Ich habe mich dafür entschieden, zu dem Thema zwei Artikel zu schreiben. Ich starte mit einer philosophischen Betrachtung der Preispolitik und ihrer Auswirkungen auf die Generation Z. Ziel ist es, Aufklärungsarbeit zu leisten und jeden dazu anzuspornen, sein eigenes Kaufverhalten zu reflektieren.

Rabattcodes sind fester Bestandteil der Kaufentscheidung von Generation Z

In einer Ära, in der Influencer das Sprachrohr der jungen Generationen sind, hat der Rabattcode eine dominante Rolle als Werbemittel eingenommen. Kaum noch eine Influencer-Anzeige kommt ohne diesen aus. Junge Menschen sind rabattaffin und verstehen, dass sie nach Gutscheinen suchen können. Der Kauf ohne Rabattcode ist für viele keine Option mehr – sie warten lieber auf den nächsten Deal, bevor sie ein Produkt erwerben.

Ältere Generationen haben eine weniger aggressive Rabattkultur

Im Gegensatz dazu stehen die älteren Generationen, die nicht mit dem Internet aufgewachsen sind. Hier haben sich Cashback-Portale und Vorteilsprogramme durch ihre Offline-Präsenz etabliert. Das Suchen nach Online-Gutscheinen spielt bei dieser Zielgruppe eine geringere Rolle im Kaufverhalten. Diese Spaltung zeigt, wie unterschiedlich die Generationen auf das Phänomen der Rabattkultur reagieren.

Doch der stetige Trend zur Rabattschlacht birgt auch seine Nachteile. Insbesondere junge Menschen und aufgrund der Inflation auch andere sind darauf angewiesen, ihr Geld effizient auszugeben. Was dabei oft vergessen wird: Kein Händler hat etwas zu verschenken. Der rabattierte Preis, zu dem wir einkaufen, ist oft kalkuliert und bereits im Originalverkaufspreis eingerechnet. Wir täuschen uns selbst oder werden getäuscht und treiben diese Entwicklung durch die Jagd nach immer höheren Rabatten und billigeren Produkten weiter an.

Die Rabattschlacht befeuert die Fast Fashion Industrie

Die Gewinner dieser Rabattschlacht sind die Fast Fashion Unternehmen, die unter fragwürdigen Bedingungen produzieren. Produkte werden im Ausland billig hergestellt und mit hohen Rabatten beworben. Doch der Verbraucher wird von den hohen Rabatten geblendet und vergisst, dass er das Produkt trotz Rabatt zu dem Preis kauft, den der Händler dafür vorgesehen hat. Produkte mit geringem Preis entsprechen häufig auch geringen Qualitätsstandards und Arbeitsbedingungen.

Verlierer sind neben den Verbrauchern die Slow Fashion Unternehmen

Aus Marketingsicht zerstört die Rabattschlacht ein nachhaltiges Konsumverhalten. Händler, die keine so hohen Rabatte ausloben können, gehen in der Masse unter, bekommen weniger Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit. Aktionen, die vor einigen Jahren noch gut funktioniert haben, haben heutzutage kaum noch einen Impact auf die Performance. Der einzige Hebel am Preis ist ab einem bestimmten Punkt, sich von Nachhaltigkeit und Qualität zu lösen. Zum Glück ist dies für die meisten keine Option. Die Frage bleibt jedoch, ob die Slow Fashion Unternehmen damit langfristig wachsen können – ob sich das Kaufverhalten der Gen Z im Laufe der Zeit ändern wird.

In diesem Dschungel aus Rabatten und Deals sollten wir uns bewusst machen, dass nicht nur wir als Konsumenten, sondern auch die Händler selbst die Konsequenzen tragen. Die Preisschlacht führt zu immer höheren Rabatten, die letztendlich nicht nachhaltig sind und die Fast Fashion Industrie weiter befeuern. Im nächsten Artikel werden wir tiefer in die Thematik eintauchen, wie sich auch Slow Fashion Unternehmen strategisch sinnvoll auf Gutschein- und Cashback-Portalen positionieren können. Bleibt gespannt und informiert!

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